Artenara

Artenara – wo die Insel den Himmel küsst

Die Straße windet sich in engen Kehren durch das Herz Gran Canarias. Links fällt das Gelände steil ab, rechts schieben sich Felswände ans Fenster wie alte Bekannte. Mit jedem Meter steigt man höher, die Luft wird kühler, der Himmel näher. Dann, plötzlich, öffnet sich das Gelände, und man ist da – in Artenara, dem höchstgelegenen Dorf der Insel.

Still liegt es da, auf 1.270 Metern Höhe, mit seiner kleinen Kirche, seinen weiß getünchten Häusern, seinen Höhlen, die eher geatmet als gebaut scheinen. Über dem Ort breitet sich die Bergwelt aus wie ein aufgeschlagenes Buch aus Stein und Licht. In der Ferne ragt der Roque Bentayga wie ein antiker Zeigefinger aus dem Tal. Der Teide auf Teneriffa schimmert jenseits des Horizonts – eine Erinnerung daran, dass auch andere Inseln aus Feuer geboren wurden.

Leben in der Höhle – Geschichte in Stein

Artenara ist älter als seine Fassaden. Lange vor Kolonisten, Missionaren und Straßenbauern lebten hier Menschen – in den Felsen, nicht auf ihnen. Die Guanchen, Ureinwohner der Insel, höhlten sich ihre Welt direkt ins Gestein. Schutz vor Sonne, Wind und Feinden. Angenehme Temperaturen das ganze Jahr. Heute sind viele dieser Casas Cuevas restauriert, manche bewohnt, manche zu besichtigen.

In der Nähe liegt der archäologische Komplex von Acusa Seca – ein stiller Ort, an dem sich Geschichte in der Form von Hauswänden zeigt. Er gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe „Risco Caído und die heiligen Berge von Gran Canaria“, einer der spirituellsten Landschaften Europas.

In Artenara wird nicht viel geredet. Der Ort erzählt lieber selbst. Mit Stille. Mit Blicken. Mit Steinen.

Orte der Andacht – in Fels und Holz

Im Zentrum steht die kleine Pfarrkirche San Matías. Außen bescheiden, innen warm. Hier riecht es nach Wachs und Holz, nach Jahrhunderte alter Andacht. Doch noch eindrücklicher ist die Kapelle Virgen de la Cuevita – in eine Felswand geschlagen, halb Natur, halb Kirche. Sie ist der Schutzpatronin der Radfahrer und Musiker gewidmet, und einmal im Jahr wird sie gefeiert wie eine Königin. Dann erklingt Musik im Fels, und die Lichter der Kerzen flackern wie fliegende Sterne an der Höhlendecke.

Nur wenige Schritte entfernt: das Museum „Casas Cuevas“. Eine Zeitreise, die zeigt, wie es war, ohne Fenster zu leben, ohne Heizung, aber mit Sinn für das Wesentliche. Betten, Küche, Vorrat – alles in Fels gehauen, alles auf das Leben zugeschnitten. Ein Ort, der mehr lehrt als so mancher Hörsaal.

Wanderwege, Aussichtspunkte, Weitblicke

Die Natur rund um Artenara ist kein Beiwerk. Sie ist die Bühne. Die Gemeinde grenzt an gleich mehrere geschützte Landschaften: Tamadaba mit seinen Kiefernwäldern, Altavista mit seinen Fernsichten, Tirma mit seiner Abgeschiedenheit.

Die Aussichtspunkte – Mirador de La Atalaya, Mirador de Unamuno – sind mehr als Panoramastellen. Sie sind Fenster zu einer Welt, die zugleich wild und zart ist. Wer früh kommt, erlebt den Morgennebel, der sich wie ein Schleier über die Schluchten legt. Wer bleibt, sieht das Licht der Dämmerung, das die Berge rot färbt wie glühende Kohle.

Tipps für Reisende mit Zeit

Die Anreise nach Artenara ist ein Erlebnis für sich. Wer aus Richtung Tejeda kommt, fährt durch ein Wechselspiel aus Licht und Schatten, aus Enge und Weite. Parkplätze gibt es im Ortskern, alles ist fußläufig, nichts eilt.

In den kleinen Bars und Restaurants des Ortes gibt es Ziegenkäse, gebratene Papas, Mojo, Wein aus dem Umland. Einfach, ehrlich, wunderbar.

Die beste Zeit für einen Besuch? Der Frühling. Wenn die Berge blühen, die Luft klar ist, und man sich fragt, warum man nicht längst hierher gekommen ist.

Schlafen im Fels, speisen mit Aussicht – die besten Adressen in Artenara

In Artenara schläft man nicht nur, man erlebt das Wohnen neu. Wer hier übernachtet, tut dies oft nicht zwischen Wänden, sondern in Felsen. Die Unterkünfte sind so besonders wie der Ort selbst: tief in der Landschaft verwurzelt, fernab jeder touristischen Uniformität – mit Blicken, die morgens den Atem rauben und abends die Gedanken weit werden lassen.

Living Artenara Cave Houses

Ein Aufenthalt in den Living Artenara Cave Houses gleicht einer Reise in die Vergangenheit – allerdings mit dem Komfort der Gegenwart. In den traditionell ausgehöhlten Tuffsteinwohnungen erlebt man, wie es sich anfühlt, Teil der Landschaft zu sein. Die natürliche Kühle der Höhlen ersetzt jede Klimaanlage, der Blick über die zerklüfteten Berge ersetzt jedes Fernsehprogramm. Wer hier wohnt, schläft nicht nur in Artenara – er wird Teil von Artenara.

Finca la Isa by Rose

Etwas rustikaler, aber mit unverwechselbarem Charme, empfängt die Finca la Isa ihre Gäste. Ein Ort für Wanderer, Ruhesuchende, Freunde des Einfachen. Hier frühstückt man mit Blick auf das Tamadaba-Gebirge, badet im Pool unter Pinien und genießt den Duft von Wildkräutern, der vom Wind über die Terrasse getragen wird. Es ist ein Rückzugsort, wie man ihn selten findet – unaufgeregt und echt.

Parador de Cruz de Tejeda

Etwas außerhalb gelegen, aber von solcher Anziehungskraft, dass ein kleiner Umweg gerechtfertigt ist: Der Parador de Cruz de Tejeda thront wie ein Refugium über der Insel. Mit großzügigen Zimmern, einem Spa mit Bergblick und einer Küche, die das Kanarische mit dem Klassischen verbindet, ist er erste Wahl für alle, die das Wilde mit dem Feinen verbinden möchten. Ein Ort, um das Leben zu zelebrieren – oder sich einfach treiben zu lassen.

Restaurante Cueva del Molino

Essen wie einst – aber mit Raffinesse: Das Cueva del Molino ist mehr als ein Restaurant. Es ist eine Höhle voller Aromen, in der Mojo, Gofio und Ziegenfleisch nicht nur schmecken, sondern erzählen. Die Atmosphäre ist warm, die Gastgeber herzlich, die Gerichte bodenständig und ehrlich. Hier sitzt man an Steintischen, umgeben von Fels, Kerzenlicht und Geschichte.

Mirador La Cilla

Wer beim Essen den Horizont sehen möchte, ist im Mirador La Cilla richtig. Das Restaurant liegt direkt an einem Aussichtspunkt und serviert, was die Region zu bieten hat – mit Aussicht auf das weite Tal von Tejeda. Ideal für eine Siesta mit Ausblick oder ein spätes Essen im goldenen Licht des Abends. Hier isst das Auge nicht nur mit – es jubiliert.

Arte-Gaia Restaurante

Kreativ, gesund, regional – das Arte-Gaia ist die moderne Antwort auf die kanarische Küche. Hier wird mit Liebe gekocht und mit Bedacht serviert. Vegetarier, Veganer und alle, die sich bewusst ernähren wollen, finden hier eine Oase. Die Atmosphäre ist leger, das Interieur charmant unprätentiös – ein Ort, der das Herz und den Gaumen gleichermaßen wärmt.

Bar La Majada

Für den kleinen Hunger, den guten Kaffee oder ein schnelles Bier am Nachmittag: Die Bar La Majada ist der Treffpunkt für Einheimische, Wanderer, Neugierige. Hier gibt es keine große Karte, aber viel Seele. Wer Glück hat, hört Geschichten – vom Dorf, vom Wetter, vom Leben. Und wer sich einfach still zurücklehnen will, bekommt genau das: Ruhe, Aussicht und ein Glas Rotwein.

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Artenara – wo die Insel den Himmel küsst

Artenara ist kein Ort zum Abhaken, kein Punkt auf einer To-do-Liste. Es ist ein Ort, den man spüren muss. In der Haut, im Blick, im Atem. Wer hierher kommt, begegnet nicht nur einer Gemeinde, sondern einer Idee: der, dass man nicht viel braucht, um groß zu sein. Etwas Fels. Etwas Zeit. Etwas Licht.

Und vielleicht ein wenig Stille.


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