Die Kanarischen Inseln

Seit 1982 haben die Kanarischen Inseln ihren Status als autonome Region Spaniens inne. Mit dieser Anerkennung haben die Kanaren sich auch eine eigene Flagge gegeben, deren farbliche Abfolge Weiß, Blau und Gelb von den Canarios wie folgt beschrieben wird:

Das Weiß steht für die Reinheit und Weichheit der Luft und das ausgezeichnete, milde Klima, dass überall auf den kanarischen Inseln herrscht.
Das Blau erinnert uns an das Meer, den Ozean den Atlantik.
Und schließlich das Gelb, es steht für den hellen, gelben Sand der Inseln.

El Confidencial Autonómico

Zwar scheint der Teil mit dem gelben Sand eher einem frommen Wunsch zu entsprechen – die Kanarischen Inseln haben eher dunkle Strände aus fein geriebenem Vulkansand. Und doch erhascht der neugierige Betrachter hier einen guten Einblick in das Selbstverständnis der Canarios. Die Flagge wird seit der Verleihung des autonomen Status voller Stolz gehisst und fehlt bei kaum einer Festivität. Die reine Luft, das milde Klima und die Dominanz des atlantischen Ozeans indes sind offenbare Tatsachen und bilden ganz entscheidende Elemente für die immerwährende Attraktivität der Inselgruppe. Schon früh wurden die Inselgruppen der Region als Inseln der Glückseligen bezeichnet.

Schmucker Sandstrand im Süden von Teneriffa
Schmucker Sandstrand im Süden von Teneriffa

Die Kanarischen Inseln

Die Kanaren gehören geologisch zu Afrika, politisch zu Spanien und sind Teil der biogeographischen Region Makaronesien – letztere wurde von Botanikern definiert, um die Flora und Fauna der Inselgruppen des östlichen Atlantiks zu charakterisieren. Auch die Azoren, Kap Verde und Madeira gehören zu Makaronesien. Die Kanarischen Inseln, das sind (nach Landfläche absteigend sortiert):

  • Teneriffa
    Die größte der Kanarischen Inseln mit der höchsten Erhebung Spaniens: Dem Pico del Teide. Fläche der Insel Teneriffa: 2034 km²
  • Fuerteventura
    Die älteste der Kanarischen Inseln mit dem gesprenkelten Sand. Fläche der Insel Fuerteventura: 1660 km²
    Die vorgelagerte Insel Lobos wird ebenfalls Furteventura zugerechnet.
  • Gran Canaria
    Die kreisförmige Insel mit den 14 Mikroklimazonen, die auch als Miniatur-Kontinent bezeichnet wird. Gran Canaria hat die höchste Bevölkerungsdichte der Kanaren. Fläche der Insel Gran Canaria: 1560 km²
  • Lanzarote
    Die flache Insel der Passatwinde, die seit 1993 vollständig als Biosphärenreservat gilt. Fläche der Insel Lanzarote: 846 km²
    Lanzarote hat mehrere vorgelagerte Inseln: La Graciosa, Alegranza, Montagna Clara, Roque del Este, Roque del Oeste
  • La Palma
    Die jüngste und grünste Insel der Kanaren, die auch als Isla Verde bezeichnet wird. Fläche der Insel La Palma: 708 km ²
  • La Gomera
    Die kleine Insel der Aussteiger, die noch immer von alternativen Kommunen geprägt wird. Fläche der Insel La Gomera: 370 km²
  • El Hierro
    Die kleinste der sieben Hauptinseln der Kanaren. Fläche der Insel El Hierro: 269 km²
Sonnenuntergang über La Gomera
Sonnenuntergang über La Gomera

Das Klima auf den Kanarischen Inseln

Das Klima der Kanaren ist subtropisch und das ganze Jahr über angenehm moderat. Dieser Umstand hat dem Archipel auch den Beinamen Inseln des ewigen Frühlings beschert.
Der Golfstrom führt ganzjährig kühles Wasser an die Kanaren heran, gleichzeitig halten die Passatwinde aus nördlicher Richtung die Hitze der nahen Sahara meist fern. Die Passatwinde bringen auch gelegentlich Niederschläge mit sich, die allerdings nur an den Nordküsten der bergreichen Inseln abregnen. Daraus ergeben sich Mikro-Klimazonen, die den Norden der Inseln feuchter und kühler machen als die südlichen Inselteile. Lanzarote und Fuerteventura haben keine nennenswerten Erhebungen und sind daher ganzjährig trocken. Durchschnittlich können Sie im Winter mit 18°C rechnen, im Sommer klettert das Thermometer auf etwa 25°C. Der Winter galt auf den Kanaren als regenreiche Zeit, derzeit ergeben sich allerdings auch in den Wintermonaten kaum nennenswerte Niederschläge. Mehr Details gefällig? Hier finden Sie mehr Infos zum Klima auf Teneriffa und zum Klima auf La Palma.

Der Wind auf den Kanaren

Die Passatwinde und die exponierte Lage vor der afrikanischen Westküste sorgen ganzjährig für Luftbewegungen, die kaum einmal zur Ruhe kommen. Das macht die Inseln bei Surfern, Seglern und neuerdings auch Kite-Surfern sehr beliebt.

Wenn der Wind aus Südosten kommt, ergibt sich eine besondere Wetterlage, die als Calima bezeichnet wird. Dann bringt der Wind heiße Luft aus der Sahara, die mit feinen, rot-gelben Sandpartikeln versetzt ist, auf die Kanarischen Inseln. Die Calima hält zumeist mehrere Tage bis zu mehreren Wochen an und kann schnell unangenehm werden. Mitunter nimmt sie solche Ausmaße an, dass der Flugverkehr eingeschränkt ist – so zum Beispiel im Februar 2020 geschehen. Oberhalb von 300 Metern ist die Calima deutlich abgeschwächt – wenn Sie also von der Calima überrascht werden, sollten Sie sich in höhere Regionen begeben.

Der Morgen eines heißen Tages auf Teneriffa
Der Morgen eines heißen Tages auf Teneriffa

Wetter auf den Kanaren

Die aktuelle Wettervorhersage für die Kanarischen Inseln

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Die Geschichte der Kanarischen Inseln

Die isolierte Lage der Inseln machte sie nur für frühe Seefahrer erreichbar. Zur Zeit der spanischen Eroberung war die Insel vom Volk der Guanchen besiedelt. Diese Ureinwohner beherrschten allerdings keinerlei Form des Bootsbaus, so dass auch zwischen den einzelnen Inseln kein Kontakt bestand. Das macht die Herkunft der Inselbewohner zu einem ungelösten Rätsel, das Gegenstand vieler Spekulationen ist. Die frühesten Nachweise menschlicher Besiedelung stammen aus Lanzarote und datieren auf das zehnte Jahrhundert vor der Zeitenwende. Begründete Vermutungen legen nahe, dass die Phönizier in einer ersten Entdeckungswelle hier Handelsstützpunkte errichteten, die allerdings von regelmäßigen Versorgungslieferungen abhängig waren und sich nicht selbst unterhalten konnten. Ab dem dritten Jahrhundert vor der Zeitenwende gelten die Kanarischen Inseln als bewohnt. Aus den römischen Provinzen in Nordafrika und Südspanien heraus besteht über mehrere Jahrhunderte regelmäßiger Kontakt zu den Inseln. Erstmals erwähnt werden die Kanarischen Inseln denn auch in römischen Quellen des ersten Jahrhunderts vor der Zeitenwende.

In Sicht: Der Teide zwischen Wolkenbänken
In Sicht: Der Teide zwischen Wolkenbänken

Mit dem Ende des römischen Reichs versiegen allerdings die Verbindungen, so dass ab dem vierten Jahrhundert kein Kontakt mehr zu den europäischen Kulturen bestand. Man spricht auch vom Zeitalter der isolierten Entwicklung, das über 1000 Jahre andauerte, bis die Inseln im vierzehnten Jahrhundert durch europäische Seefahrer wiederentdeckt wurden. Die Isolation der einzelnen Inseln sorgte für die Entwicklung jeweils einzigartiger Kulturen und Sprachen. Daher ist es nicht richtig, von einer einheitlichen “Kultur der Guanchen” zu sprechen, denn so wurden die Ureinwohner von Teneriffa genannt.

Kulturelle Unterschiede

Die Unterschiede wurden durch die Topographie der Inseln, der Fruchtbarkeit ihrer Böden und der Dichte der Gesamtbevölkerung bestimmt. Die Ureinwohner lebten vornehmlich von der Viehzucht sowie von wildem Getreide, das gemahlen und geröstet als Gofio bezeichnet wird. Bis heute spielt es in der traditionellen Küche der Kanaren eine Rolle und wird aus Gerste hergestellt.

Interessant ist, dass sich in den dicht besiedelten Inseln Teneriffa und Gran Canaria eine streng hierarchische Sozialordnung durchsetzte, in den kleinen Inseln mit geringer Bevölkerung spielten hierarchische Überlegungen hingegen keine Rolle. Als Wohnstätten dienten auf allen Inseln vornehmlich natürliche Höhlen, die das Vulkangestein hervorbrachte. Manche dieser Höhlen werden heute von Aussteigern wieder bewohnt. Auf Gran Canaria wurden zudem künstlich angelegte Höhlen entdeckt. Wenn keine geeigneten Höhlen verfügbar waren, wurden auch Häuser aus Stein errichtet.

Die Kulturelle Vielfalt der Kanarischen Inseln endete mit der Wiederentdeckung durch europäische Seefahrer abrupt. Die Ureinwohner wurden verschleppt, als Sklaven verkauft und stark dezimiert. Spätestens im 16. Jahrhundert war die kulturelle Vielfalt und die Sprachen der Ureinwohner verschwunden.

Christopher Kolumbus nutzte die Kanarischen Inseln als Zwischenstation auf seiner Fahrt nach Amerika. Er frischte hier die Vorräte auf und wartete auf günstigen Wind für seine Expedition nach Westen. Nach 15 Tagen Aufenthalt setzte er seine Fahrt fort.

Der Hafen von San Juan auf Teneriffa
Der Hafen von San Juan auf Teneriffa

Häufige Fragen zu den Kanarischen Inseln

Welche Inseln zählen zu den Kanaren?

Die sieben Hauptinseln der Kanaren sind (nach Größe absteigend sortiert) Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro.

Welches ist die größte Kanarische Insel?

Die größte Kanarische Insel ist Teneriffa mit 2034 km² gefolgt von Fuerteventura mit 1660 km² und Gran Canaria mit 1560 km².

Welches ist die kleinste Kanarische Insel?

Die kleinste der kanarischen Hauptinseln ist El Hierro mit 269 km². Allerdings gibt es unbewohnte Nebeninseln, die noch kleiner sind.