Fuencaliente

Fuencaliente: Im Bann der Feuerquellen und Lavahügel

Am späten Nachmittag taucht das Licht die Landschaft von Fuencaliente in ein unwirkliches Leuchten. Vulkankegel zeichnen sich schwarz gegen den Himmel ab, der Atlantik glitzert am Horizont wie ein versunkenes Versprechen. Die Erde hier lebt, atmet, brodelt – und der Besucher spürt es bei jedem Schritt. Fuencaliente ist mehr als nur der südlichste Zipfel La Palmas. Es ist ein Ort, an dem sich die Urkräfte der Schöpfung offenbaren.

Geschichte und Namensgebung: Das verschwundene Wunder

Der Name Fuencaliente – „heiße Quelle“ – erzählt von einem kostbaren Schatz: der Fuente Santa, einer heilenden Thermalquelle, die einst Kranke von weit her anzog. Ihr Wasser galt als Wunder, wurde sogar nach Kuba und Antwerpen exportiert. Doch das Feuer der Erde forderte seinen Tribut: Beim Ausbruch des San Antonio 1677 wurde die Quelle verschüttet und blieb für mehr als drei Jahrhunderte verschollen.

Erst 2005, nach mühsamen Grabungen, entdeckte man sie wieder – tief verborgen unter erstarrter Lava. Heute zeugt ihr Mythos noch immer von der heiklen Balance zwischen Segen und Zerstörung, die diesen Landstrich prägt.

Vulkanische Landschaft: Eine Bühne der Elemente

Fuencaliente ist ein Schauspiel aus Feuer und Stein. Die drei großen Vulkane – San Antonio, San Martin und Teneguía – prägen die Region wie steinerne Titanen.

Am San Antonio erwartet den Besucher ein modernes Besucherzentrum. Tafeln erzählen von der vulkanischen Geschichte, ein Erdbebensimulator lässt die Kräfte erahnen, die unter unseren Füßen schlummern. Der Spaziergang entlang des Kraterrands gleicht einer Gratwanderung zwischen Himmel und Hölle, das Meer flimmert tief unterhalb in der Ferne.

Der Teneguía, Spaniens jüngster Vulkan, entstand 1971 in einer gewaltigen Eruption. Sein Anblick ist rau, fast verletzlich – ein Krater wie frisch aus dem Innersten der Erde gerissen. Wanderungen führen direkt zu seinen Hängen, wo die Welt noch nach Schwefel und Schöpfung riecht.

Küste und Strände: Wo Lava das Meer küsst

Die Südküste Fuencalientes ist keine sanfte Badelandschaft. Sie ist wild, zerklüftet, archaisch.

Playa La Zamora bietet schwarze Lavastrände und tosende Brandung – ein Paradies für jene, die Natur lieber roh als gezähmt erleben. Playa Echentive, am Fuße des Teneguía entstanden, erzählt eine jüngere Geschichte: Wo einst Lava ins Meer stürzte, lädt heute feiner Sand zu kurzen, respektvollen Bädern ein.

Versteckte Buchten, schroffe Klippen und naturbelassene Wege machen die Küste zu einem Terrain für Entdecker und Träumer gleichermaßen.

Sehenswürdigkeiten: Salz, Leuchttürme und stille Helden

An der Südspitze erheben sich zwei Leuchttürme – der alte von 1882, ein dunkler Ziegelbau, und der neue von 1985, in klassischem Rot-Weiß. Beide blicken hinaus auf ein Meer, das hier wilder ist als anderswo.

Direkt daneben schimmern die Salinas de Fuencaliente – ein labyrinthartiges Netz aus flachen Becken, in denen Sonne und Wind jährlich rund 500 Tonnen Meersalz hervorbringen. Ein Café lädt zum Verweilen ein, der Blick schweift über Weiß, Schwarz und Blau – eine Szenerie von fast überirdischer Schönheit.

Nicht zu vergessen: die zahlreichen kleinen Bodegas, wo der berühmte Malvasía-Wein gekeltert wird. Süß, schwer und goldfarben – ein Tropfen Lava im Glas.

Natur und Aktivitäten: Wandern im Reich des Feuers

Fuencaliente ist ein Paradies für Wanderer und Naturliebhaber. Pfade schlängeln sich durch karge Lavasteinwüsten, vorbei an blühenden Weinbergen und knorrigen Kiefern.

Mountainbiker finden hier anspruchsvolle Routen, während Ornithologen und Botaniker im UNESCO-Biosphärenreservat auf seltene Pflanzen und Vogelarten stoßen. Besonders eindrucksvoll: die Kontraste zwischen dem tiefschwarzen Boden und der bunten Explosion der endemischen Flora nach einem Regen.

Praktische Tipps: Anreise und Aufenthalt

Am besten erreicht man Fuencaliente mit dem Mietwagen – die kurvigen Straßen sind selbst ein Teil des Abenteuers.

Übernachtungsmöglichkeiten reichen von charmanten Landhotels über Ferienwohnungen bis zu rustikalen Fincas. Restaurants sind einfach, aber ehrlich – fangfrischer Fisch, Ziegenkäse und kanarische Eintöpfe prägen die Küche.

Die beste Reisezeit? Frühjahr und Herbst – dann blühen die Weinberge, und die Temperaturen sind angenehm zum Wandern.

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Fuencaliente – Wo die Insel ihr wahres Gesicht zeigt

Fuencaliente ist keine Postkartenidylle. Es ist ein Ort der Elemente, der Geschichten, der Narben und der Wunder.

Wer La Palma wirklich verstehen will, muss den Wind auf den Lavaströmen spüren, den Duft von Salz und Vulkanerde in der Nase haben und einen Sonnenuntergang am Faro de Fuencaliente erleben – wenn das Licht sich in der Weite des Atlantiks verliert und die Erde, für einen Moment, zu flüstern scheint.


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