Fuerteventura – Weite, Wind und Wunderorte
Fuerteventura ist nicht laut. Die zweitgrößte Kanareninsel verführt nicht mit Glamour, sondern mit Größe – nicht in Zahlen, sondern in Landschaften. Ihre Highlights erzählen von uralten Vulkanen, wilden Stränden, stillen Wegen, verlorenen Städten und lebendigen Begegnungen. Wer diese Insel betritt, betritt nicht nur eine andere Welt – sondern auch eine andere Zeit: entschleunigt, weit, elementar. Die folgenden zehn Orte führen durch das Herz Fuerteventuras – zu Fuß, mit dem Auge, mit dem Herzen.
Alle Highlights von Fuerteventura finden Sie auf der folgenden Karte. Tipp: Auf dem Smartphone können Sie per Klick auf den Vollbildmodus [ ] die Karte direkt in Google Maps öffnen.
1. Die Dünen von Corralejo: Wo der Wind Landschaft schreibt
Im Norden Fuerteventuras beginnt die Insel zu schweben – über Sand. Die Dünen von Corralejo sind kein gewöhnliches Küstenpanorama, sondern ein lebendiges Naturwunder: Mehr als zehn Kilometer ziehen sich die weißen Sandwellen entlang der Küste, geformt vom Wind, gebleicht von der Sonne, getragen vom Atlantik.
Wer hier wandert, wandert durch Stille. Zwischen den mächtigen Dünen, dem endlosen Himmel und dem leisen Rauschen des Meeres verliert sich der Alltag. Wer barfuß durch den feinen Sand steigt, blickt oft hinüber zur Insel Lobos, die wie ein träumender Schatten am Horizont liegt. Frühmorgens ist das Licht besonders magisch, abends färbt der Wind die Konturen weich.
Sandboarder finden hier ihre Bahnen, Fotografen ihre Motive, Ruhesuchende ihr Gleichgewicht. Kein Ort zeigt klarer, was Fuerteventura ausmacht: Weite, Wind und das sanfte Gefühl, dass man hier nichts braucht außer Zeit.

2. Insel Lobos: Stille zwischen Himmel und Meer
Nur wenige Minuten mit der Fähre von Corralejo entfernt liegt ein Kleinod der Ursprünglichkeit: Isla de Lobos, die „Insel der Seelöwen“. Heute sind die Mönchsrobben längst verschwunden, doch geblieben ist ein Stück unberührter Atlantiknatur – karg, friedlich und voller Licht.
Die kleine Insel ist ein geschütztes Naturparadies. Wer sie betritt, betritt eine andere Zeit. Es gibt keine Autos, keine Hotels, kaum Schatten – nur Vulkangestein, salzige Luft und ein Wegenetz, das sich durch lavagesteppte Ebenen und flache Küsten zieht. Wanderer umrunden Lobos in wenigen Stunden und entdecken dabei stille Buchten, seichte Lagunen und den ehemaligen Leuchtturm Faro de Martiño als höchsten Punkt.
Ein Besuch auf Lobos ist eine stille Hommage an das Einfache. Hier zählt der Rhythmus des Windes, das Spiel der Wellen, der Flug der Vögel. Wer Glück hat, sieht Reiher oder Austernfischer – und spürt, dass Fuerteventura nicht laut sein muss, um unvergesslich zu sein.
3. Playa de Cofete: Wo die Insel ihre Seele zeigt
Nur über eine unbefestigte Piste zu erreichen, tief verborgen hinter dem zerklüfteten Jandía-Gebirge, liegt Playa de Cofete – ein Ort, der mehr ist als ein Strand. Er ist ein Versprechen von Weite, Wildnis und Unberührtheit.
Über 12 Kilometer zieht sich der goldgelbe Sand zwischen Ozean und Bergen entlang. Kein Hotel, kein Liegestuhl, keine Bar stört die Szenerie. Die Brandung ist gewaltig, das Baden oft gefährlich – und doch ist genau diese rohe Kraft es, die Cofete zu einem der eindrucksvollsten Orte der Insel macht.
Am Rande der Einsamkeit liegt das mysteriöse Anwesen Villa Winter, von Legenden umrankt, wie gemacht für Geschichten. Wer hier steht, spürt nicht nur Wind und Gischt, sondern auch die große Freiheit, die Fuerteventura ausmacht. Cofete ist ein Ort für alle, die das Ursprüngliche suchen – und finden wollen.
4. Calderón Hondo: Blick in den Krater der Zeit
Inmitten der kargen Landschaft im Nordosten Fuerteventuras erhebt sich ein perfekter Vulkankegel – der Calderón Hondo, ein Fenster in die geologische Vergangenheit der Insel. Der Aufstieg zu diesem erloschenen Vulkan bei Lajares ist leicht und lohnend zugleich: Gut ausgebaute Pfade führen durch eine windgepeitschte Lavalandschaft, in der sich Ziegen und Erdhörnchen neugierig zwischen Geröll und Kakteen zeigen.
Oben angekommen öffnet sich der Blick in einen 70 Meter tiefen Krater, umrahmt von rötlich gefärbtem Gestein. Ein Panoramaweg führt um den Rand des Kraters und bietet spektakuläre Ausblicke auf die Nordküste, die Nachbarinsel Lanzarote und den tiefblauen Atlantik.
5. Höhlen von Ajuy: Wo Meer und Fels Geschichten schreiben
An der wilden Westküste Fuerteventuras liegt das kleine Dorf Ajuy, und mit ihm ein Naturschauspiel von archaischer Kraft: die Cuevas de Ajuy, tief eingeschnittene Meereshöhlen, die zu den ältesten geologischen Formationen der Kanaren zählen. Der Weg dorthin beginnt idyllisch – vorbei an bunten Fischerbooten, schwarzen Stränden und rauchenden Fischgrills – und wird bald dramatisch: Über einen gesicherten Klippenpfad erreicht man die Höhlen, wo sich der Atlantik seit Jahrtausenden in den Fels frisst.
Die Wände sind von Jahrmillionen gezeichnet, Gesteinsschichten in Rot, Grau und Schwarz erzählen von vulkanischer Geburt und maritimer Erosion. Drinnen tost das Meer – und mit ihm ein Hauch von Ehrfurcht. Einst sollen Piraten hier geankert haben, heute kommen Geologen, Fotografen und still staunende Spaziergänger.
6. Betancuria: Die stille Seele Fuerteventuras
Wer Fuerteventura nur mit Stränden und Surferkultur verbindet, sollte sich auf den Weg ins Inselinnere machen – genauer: nach Betancuria, die älteste Stadt der Insel und ihr stilles, historisches Herz. Gegründet im Jahr 1404 von dem normannischen Eroberer Jean de Béthencourt, liegt Betancuria eingebettet in eine grüne Oase, umgeben von Palmen, Mandelbäumen und windgeformten Bergen. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.
Die weiß getünchten Häuser, die engen Gassen und die restaurierte Kirche Santa María atmen mittelalterliches Flair. In den kleinen Museen und Galerien – etwa dem Museo Arqueológico – lässt sich die wechselvolle Geschichte der Insel vom Ureinwohnertum bis zur spanischen Kolonialisierung nachvollziehen. Cafés mit stillen Innenhöfen laden zur Rast ein, und wer den Hügel über der Stadt erklimmt, wird mit einem weiten Blick über das weiche Braungrün des Inselkerns belohnt.
7. Oasis Park: Ein grüner Mikrokosmos für Tier- und Pflanzenfreunde
Im trockenen Süden Fuerteventuras, wo Landschaft und Horizont sich oft in staubiger Weite verlieren, überrascht der Oasis Park mit einem völlig anderen Bild: grün, üppig, lebendig. Der botanische Garten und Tierpark bei La Lajita ist eine der größten Attraktionen der Insel – und ein Ort, der nicht nur Familien, sondern auch Naturbegeisterte, Fotografen und Bildungsreisende fasziniert.
Rund 3.000 Tiere leben hier in großzügigen Gehegen – von Erdmännchen bis Giraffe, von Papagei bis Krokodil. Es gibt eine beeindruckende Kamelfarm mit Möglichkeit zum Reiten, Schaufütterungen, Vogelshows und einen Streichelzoo. Doch der Oasis Park ist mehr als Zoo: Der Botanische Garten, einer der größten der Kanaren, zeigt über 1.500 Pflanzenarten aus der ganzen Welt – darunter eine spektakuläre Sammlung von Kakteen und Sukkulenten.
Besonders reizvoll ist die Art und Weise, wie sich der Park in die Landschaft schmiegt: mit Terrassen, Schattenwegen, Wasserspielen und versteckten Ruheplätzen. Restaurants im Park servieren frische kanarische Küche, viele Produkte stammen aus dem zugehörigen Ökobauernhof.
8. Morro Jable: Der entspannte Süden zwischen Strand und Promenade
Wo Fuerteventura langsam ausläuft in das sanfte Blau des Atlantiks, liegt Morro Jable – ein Ort, der es versteht, entspannt zu bleiben, selbst wenn die Sonne im Zenit steht. Das ehemalige Fischerdorf im Süden der Halbinsel Jandía hat sich zum beliebten Urlaubsort gewandelt, ohne seinen Charme zu verlieren.
Die Playa del Matorral zieht sich kilometerweit am Ort entlang: ein breiter, heller Sandstrand mit ruhigem Wellengang, ideal zum Baden, Spazieren und Seele-baumeln-Lassen. Zwischen Strand und Ort verläuft eine gepflegte Promenade mit Cafés, Boutiquen, Eisdielen und kleinen Restaurants, die fangfrischen Fisch und Tapas servieren.
Im Ortskern trifft man auf das alte Morro Jable – weiß getünchte Häuser, steile Gassen und ein kleiner Hafen, von dem aus Fähren nach Gran Canaria fahren. Und wer Glück hat, sieht dort sogar die heimischen Meeresschildkröten, die vor der Küste angesiedelt wurden.
Morro Jable ist kein Ort für Eile. Sondern für die Kunst des langsamen Gehens, des leichten Daseins und der langen Abende mit Blick aufs Meer.
9. La Pared: Wilde Wellen, weite Horizonte
An der rauen Westküste Fuerteventuras liegt La Pared – ein Ort, der wirkt, als sei er mehr Naturerscheinung als Siedlung. Hier endet die Straße, und es beginnt die Kraft des Atlantiks. Wer hierherkommt, sucht nicht das All-Inclusive-Buffet, sondern den Wind, die Wellen – und das Gefühl, allein mit dem Meer zu sein.
La Pared war einst ein kleines Fischerdorf, heute zieht es vor allem Surfer, Individualreisende und Ruhesuchende an. Der Strand ist wild und von dramatischen Felsklippen umrahmt, das Wasser fast immer in Bewegung – ideal für geübte Wellenreiter. Doch auch ohne Surfbrett lässt sich hier ein Nachmittag wie aus der Zeit gefallen erleben: mit Blick auf die Brandung, Möwen in der Luft und nur dem Wind als Gesprächspartner.
Die Bebauung ist spärlich, die Stimmung ursprünglich. Einige Apartments, kleine Ferienhäuser, ein Surf-Camp, ein Café – mehr braucht es nicht. Denn La Pared lebt von der Landschaft. Von der klaren Luft. Und von der stillen Größe des Ozeans, der hier scheinbar näher ist als anderswo.
10. Faro de la Entallada: Leuchtfeuer über der Steilküste
An der Ostküste Fuerteventuras, südlich von Las Playitas, erhebt sich auf schwindelerregender Klippe der Faro de la Entallada – einer der eindrucksvollsten Leuchttürme der Kanarischen Inseln. Schon die Anfahrt auf der kurvigen, teils schmalen Straße ist ein kleines Abenteuer und wird am Ende mit einem atemberaubenden Panorama belohnt.
Der 1955 erbaute Leuchtturm liegt auf etwa 200 Metern über dem Meeresspiegel – und markiert den östlichsten Punkt der Insel. Mit seiner Fassade aus rosarotem Lavagestein und maurisch inspirierten Bögen ist er architektonisch ungewöhnlich – ein fotogener Solitär über einer dramatischen Steilküste.
Von der Aussichtsplattform reicht der Blick weit über das Meer bis zur afrikanischen Küste, an klaren Tagen sogar mit Horizontflimmern. Zugleich ist der Ort ein stiller Rückzugsraum: keine Eintrittsgebühr, keine Shops – nur Wind, Weite und das leise Grollen des Atlantiks.
Faro de la Entallada ist nicht nur ein Navigationspunkt für Schiffe, sondern auch für Reisende, die innehalten wollen. Ein Ort, um zu erkennen, wie groß diese Insel sein kann – gerade in ihrer Stille.

Top 10: Highlights auf Fuerteventura – Weite, Wind und Wunder
Fuerteventura ist eine Insel der Elemente – geformt von Wind und Vulkanen, umspült vom Atlantik, durchzogen von Licht und Stille. Die Top 10 Highlights zeigen: Diese Insel braucht kein Spektakel, um zu beeindrucken. Ihre Landschaften sprechen für sich – ob in den schneeweißen Dünen von Corralejo, den dramatischen Klippen von Ajuy oder am endlosen Strand von Cofete.
Auch ihre Dörfer, Vulkanpfade und Leuchttürme erzählen Geschichten. Von Abenteurern, Auswanderern, Fischern und Entdeckern. Sie laden dazu ein, Fuerteventura nicht nur als Urlaubsort zu sehen, sondern als Lebensraum voller Ursprünglichkeit, Vielfalt und überraschender Tiefe.
Wer bereit ist, der Weite zu trauen – dem bietet Fuerteventura mehr als Sonne und Meer: eine stille Schule der Aufmerksamkeit, ein Ort für Entdeckungsfreude und Rückzug zugleich. Und das macht diese Insel zu einem der authentischsten Reiseziele Europas.


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